Wichtige Punkte
- Ein diabetisches Fußulkus ist nicht nur eine oberflächliche Hautwunde; Neuropathie, Durchblutungsstörungen, Druck und Infektionen können gemeinsam eine Rolle spielen.
- Eine nicht heilende Wunde sollte auf Durchblutungsstörungen oder eine tiefe Infektion hin untersucht werden.
- Druckentlastung, adäquates Debridement, Blutzuckereinstellung und Infektionsmanagement sind die grundlegenden Bestandteile der Behandlung.
- Ozon, Photobiomodulation und andere fortgeschrittene Methoden können bei einigen Patienten unterstützend wirken; bei welchen Patienten und in welchem Ausmaß sie einen Beitrag leisten können, variiert je nach Wundtyp und Protokoll.
Warum entsteht ein diabetischer Fuß?
Eine diabetesbedingte Nervenschädigung kann das Schmerz- und Druckempfinden verringern; wiederholte Belastungen können unbemerkt zu Gewebeschäden führen. Wenn eine Gefäßerkrankung hinzukommt, kann sich die Heilung noch schwieriger gestalten. Schuhdruck, Deformitäten und Traumata sind ebenfalls wichtige Auslöser.
Welche Befunde sind wichtig?
Größe und Tiefe der Wunde, Nekrosen, Exsudat, Geruch, umgebende Rötung, Schmerzen, Temperaturveränderungen und systemische Anzeichen werden beurteilt. Pulse, kapilläre Füllung, Neuropathie und Druckpunkte werden kontrolliert.
Beurteilung der Durchblutung
Schwache Fußpulse, Kälte, Farbveränderungen oder eine unerwartet langsame Heilung können eine Beurteilung der arteriellen Durchblutung erforderlich machen. Methoden wie ABI/TBI oder Doppler werden je nach klinischer Situation ausgewählt.
Infektion und Osteomyelitis
Bei tiefen, langanhaltend offenen oder in Knochennähe gelegenen Wunden sollte die Möglichkeit einer Osteomyelitis in Betracht gezogen werden. Fieber oder ausgeprägte systemische Befunde liegen möglicherweise nicht immer vor; bei klinischem Verdacht können Bildgebung und eine adäquate mikrobiologische Untersuchung erforderlich sein.
Grundlage der Behandlung
Druckentlastung, Vorbereitung des Wundbetts, angemessene Wundauflagen, Blutzuckereinstellung, Behandlung von Infektionen und Optimierung der Durchblutung bilden den grundlegenden Ansatz. Fortgeschrittene Wundprodukte oder unterstützende Technologien werden auf diesem Grundgerüst aufgebaut.
Ozon und Rotlicht/PBM
In Studien zum diabetischen Fuß wurden positive Ergebnisse zu Ozon und Photobiomodulation berichtet. Da die Studienqualität und die verwendeten Protokolle jedoch variabel sind, dauern die Untersuchungen zum optimalen Anwendungsbereich und zur Dosierung weiter an. Diese Methoden sollten nicht als Ersatz für die Standardversorgung, sondern als unterstützende Maßnahme bei ausgewählten Patienten betrachtet werden.
Wann ist eine dringliche Abklärung erforderlich?
Sich rasch ausbreitende Rötung, Fieber, übelriechender starker Ausfluss, Schwärzung, kalter Fuß, neu einsetzende starke Schmerzen oder eine Verschlechterung des Allgemeinzustands erfordern eine dringliche Abklärung.
Unser Ansatz in unserer Klinik in Bodrum
Wir beurteilen das lokale Erscheinungsbild der Wunde gemeinsam mit Durchblutung, Neuropathie, Infektion, Blutzuckereinstellung und Belastung. Nachdem die erforderliche Standardversorgung etabliert ist, planen wir die unterstützenden Therapien gemeinsam mit den individuellen Zielen.
Relevante Leitfäden
- Beurteilung chronischer Wunden und Wundbehandlung
- Ozon: Erkrankungen und klinische Zustände
- Rotlichttherapie und Photobiomodulation
- Insulinresistenz und metabolisches Syndrom
- Gewichtsmanagement und metabolische Gesundheit
Quellen
- Chen P, et al. IWGDF Guidelines on interventions to enhance healing of foot ulcers in people with diabetes. 2024. PMID: 37232034.
- Silva Filho MLE, et al. Ozone therapy as a treatment for diabetic foot ulcers. 2024. PMID: 39630555.
Verfasst und medizinisch geprüft von: Dr. Kerem Çağlayan
Letzte medizinische Prüfung: 10. September 2026
Hinweis: Dieser Inhalt stellt keine individuelle Diagnose- oder Behandlungsempfehlung dar.


