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Behandlung / Anwendung

Beurteilung chronischer Wunden und Wundbehandlung

Ganzheitliche Beurteilung von Durchblutung, Infektion, Druck, Debridement, Verband, Ozon und Photobiomodulation bei chronischen Wunden, diabetischem Fuß und venösen/arteriellen Ulzera.

KurzantwortDer erste Schritt bei der Behandlung chronischer Wunden besteht darin, die Ursache der Wunde zu ermitteln. Durchblutung, Infektion, Druck, Neuropathie, Glukosekontrolle und Wundbett werden beurteilt; nach Etablierung der Standardversorgung können Ozon, Photobiomodulation und andere adjuvante Methoden bei geeigneten Patienten unterstützend in Betracht gezogen werden.

Kurze Antwort

Der wichtigste Schritt bei der Behandlung chronischer Wunden besteht darin, die Ursache der Wunde und die Faktoren, die die Heilung verlangsamen, gemeinsam zu bestimmen. Durchblutung, Infektion, Druck, Neuropathie, Blutzuckereinstellung, Ödeme, Ernährung und das Wundbett werden beurteilt. Nach Etablierung der grundlegenden Wundversorgung können Ozon, Photobiomodulation, Unterdruck und andere fortgeschrittene unterstützende Methoden bei der geeigneten Wundart in den Behandlungsplan aufgenommen werden.

Wichtige Punkte

  • Eine chronische Wunde ist nicht nur ein Problem der Hautoberfläche; Durchblutung und systemische Gesundheit können die Heilung direkt beeinflussen.
  • Beim diabetischen Fuß sind die Beurteilung der Durchblutung, die Infektionskontrolle, die Druckentlastung und ein angemessenes Débridement grundlegende Schritte.
  • Die Behandlungslogik von venösen, arteriellen, neuropathischen Wunden und Dekubitalulzera unterscheidet sich voneinander.
  • Für Ozon und Photobiomodulation gibt es klinische Studien, die positive Ergebnisse im Wundbereich berichten; die Auswahl des geeigneten Patienten und Protokolls ist wichtig.
  • Die serielle Wundvermessung und fotodokumentarische Nachverfolgung helfen dabei, die tatsächliche Heilungsgeschwindigkeit zu beurteilen.

Was ist eine chronische Wunde?

Wenn eine Wunde im erwarteten Heilungsprozess keine Fortschritte macht, lässt dies vermuten, dass Durchblutungsstörungen, Diabetes, wiederholter Druck, Infektionen, Ödeme, Neuropathie oder andere systemische Ursachen eine Rolle spielen könnten. Aus diesem Grund müssen, anstatt nur das Verbandsprodukt zu wechseln, die grundlegenden Ursachen, die die Heilung behindern, erneut beurteilt werden.

Häufigste Wundarten

  • Diabetische Fußulzera
  • Venöse Beinulzera
  • Arterielle/ischämische Wunden
  • Dekubitalgeschwüre (Druckgeschwüre)
  • Traumatische und chirurgische Wunden
  • Infizierte Wunden
  • Wunden, die nach Bestrahlung oder anderen Therapien entstehen

Worauf wird bei der Erstuntersuchung geachtet?

Dauer, Lokalisation, Länge-Breite-Tiefe der Wunde, Wundbett, Nekrose, Exsudat, Geruch, umgebende Haut, Schmerzen und systemische Symptome werden dokumentiert. Bei Fußwunden werden Pulse, Kapillarfüllung, Hauttemperatur, Farbe, Befunde einer Neuropathie und Druckpunkte beurteilt.

Je nach klinischem Bedarf können ABI/TBI, vaskulärer Doppler, Labortests und bei Verdacht auf Osteomyelitis oder tiefe Infektionen bildgebende Verfahren durchgeführt werden. Hilfsparameter wie der Perfusionsindex am Pulsoximeter können bei der seriellen Überwachung zusätzliche Informationen liefern; sie werden nicht als alleiniger Ersatz für eine vaskuläre Diagnose verwendet.

Warum ist die Durchblutung wichtig?

Ohne ausreichenden arteriellen Blutfluss kann die Wundheilung erschwert sein. Bei Ruheschmerz, kalter oder blasser Extremität, verminderten Pulsen, Farbveränderungen oder nicht heilenden distalen Wunden hat die Beurteilung der arteriellen Durchblutung Priorität. Bei venösen Wunden hingegen sind die Ödemkontrolle und bei geeigneten Patienten die Kompressionstherapie wesentliche Bestandteile der Heilung.

Infektionsbeurteilung

Nicht jede chronische Wunde erfordert Antibiotika. Eine sich ausbreitende Rötung, Überwärmung, Schwellung, Druckschmerzhaftigkeit, eitriges Sekret, übler Geruch, Fieber oder eine systemische Verschlechterung erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Infektion. Bei Verdacht auf eine tiefe Infektion oder Osteomyelitis werden eine angemessene Probenentnahme, Bildgebung und bei Bedarf eine chirurgische Beurteilung vorgenommen.

Débridement und Wundbettvorbereitung

Die Entfernung von nekrotischem, devitalisiertem oder die Heilung behinderndem Gewebe mit einer geeigneten Methode kann zur Vorbereitung des Wundbetts beitragen. Die Débridement-Methode wird nach Durchblutung, Wundart, Tiefe, Infektion und Schmerzniveau ausgewählt. Bei Vorliegen einer schweren Ischämie sollte vor einem aggressiven Débridement der vaskuläre Status besonders beurteilt werden.

Druckentlastung und Off-Loading

Bei diabetischen neuropathischen Fußwunden kann eine dauerhafte Belastung desselben Bereichs die Heilung deutlich verlangsamen. Ein adäquates Off-Loading, die Anpassung von Schuhen/Orthesen und die Umverteilung von Druckpunkten sind ein entscheidender Teil der Behandlung.

Verband und lokale Wundversorgung

Die Auswahl des Verbands erfolgt anhand der Exsudatmenge, des Wundbetts, der Wundumgebungshaut, des Infektionsrisikos und des Heilungsstadiums. Ein einzelnes Produkt ist nicht für jede Wunde die am besten geeignete Option. Im Verlauf der Wunde kann sich auch der Verbandbedarf ändern; daher ist eine serielle Beurteilung wichtig.

Stellenwert der Ozontherapie

Es liegen klinische Studien und Metaanalysen zur Anwendung von Ozon beim diabetischen Fuß und bei chronischen Wunden vor. In einigen Studien wurden positive Ergebnisse hinsichtlich einer Verkleinerung der Wundfläche, der Heilungszeit und einiger klinischer Endpunkte berichtet. Da sich die von den Studien angewandten Methoden, Dosierungen und Wundmerkmale unterscheiden, wird das am besten geeignete Protokoll je nach Wundart beurteilt.

In unserer Klinik wird Ozon gemeinsam mit grundlegenden Schritten wie Durchblutung, Infektionskontrolle, Blutzuckereinstellung, Off-Loading, Débridement und geeignetem Verband behandelt. Insbesondere die Ziele lokaler Anwendungen wie Ozonbegasung (Beutelbegasung), ozoniertes Wasser und ozoniertes Öl werden voneinander unterschieden.

Photobiomodulation / Rotlicht

Photobiomodulation wird aufgrund der Wirkungen von rotem und nahinfrarotem Licht auf zelluläre Reparatur- und entzündungsbezogene Prozesse in der Wundversorgung erforscht. Es gibt Studien, die über positive Ergebnisse beim diabetischen Fuß und verschiedenen Wundarten berichten. Da Wellenlänge, Bestrahlungsstärke (Irradiance), Energiedichte und Anwendungshäufigkeit die Ergebnisse beeinflussen können, ist es wichtig, dass das Protokoll messbar ist.

Zugehöriger Leitfaden: Rotlichttherapie und Photobiomodulation.

Unterdruck und andere fortgeschrittene Verfahren

Die Unterdruck-Wundtherapie kann bei einigen chirurgischen, tiefen oder komplexen Wunden eingesetzt werden, um das Wundbett vorzubereiten und Exsudat zu kontrollieren. Hyperbare Sauerstofftherapie, topischer Sauerstoff und bestimmte biologische Wundprodukte können ebenfalls bei ausgewählten Wundgruppen in Betracht gezogen werden. Die Methodenwahl erfolgt anhand von Wundtyp, Durchblutung, Infektion und früherem Ansprechen auf Behandlungen.

Ernährung und Stoffwechselstatus

Unzureichende Proteinzufuhr, unkontrollierte Hyperglykämie, Anämie und Mängel an bestimmten Mikronährstoffen können die Heilungskapazität beeinträchtigen. Insbesondere bei diabetischen Wunden sind Glukosekontrolle und adäquate Ernährung genauso wichtig wie die lokale Wundbehandlung.

Unser Ansatz in unserer Klinik in Bodrum

Wir nähern uns einer Wunde nicht allein mit der Frage: „Welches Produkt soll aufgetragen werden?“. Durchblutung, Neuropathie, Infektion, Druckbelastung, Glukosekontrolle, Ernährung, Wundbett und der allgemeine Gesundheitszustand der Person werden gemeinsam beurteilt. Die Wundgröße und das Erscheinungsbild werden, soweit möglich, mittels standardisierter Fotos und Messungen fortlaufend überwacht.

Nachdem die grundlegende Wundversorgung etabliert ist, wird bei geeigneten Patienten das Ziel von Ozon, Photobiomodulation, Unterdruck oder anderen unterstützenden Methoden gesondert festgelegt. Das Ziel besteht nicht darin, eine Methode routinemäßig hinzuzufügen, sondern das tatsächliche Hindernis für die Heilung zu identifizieren und einen darauf abgestimmten, personalisierten Plan zu erstellen.

Wann ist eine Notfallbeurteilung erforderlich?

Sich rasch ausbreitende Rötung, Fieber, übelriechender starker Ausfluss, Schwarzfärbung/Gangrän, neu einsetzende starke Schmerzen, kalte und blasse Extremität, schnell fortschreitende Schwellung, Bewusstseinsveränderungen oder Anzeichen einer Sepsis erfordern eine sofortige ärztliche Abklärung. Bei Verdacht auf eine tiefe Infektion oder kritische Ischämie beim diabetischen Fuß darf die Behandlung nicht verzögert werden.

Häufig gestellte Fragen

Kann Ozon die Wundheilung unterstützen?

In einigen klinischen Studien und Metaanalysen wurden positive Ergebnisse berichtet. Der sinnvollste Einsatz besteht darin, die Wundart korrekt zu bestimmen und Ozon in die grundlegende Wundversorgung wie Durchblutungsförderung, Infektionskontrolle, Debridement und Verbandwechsel zu integrieren.

Kann Rotlicht bei jeder Wunde angewendet werden?

Nicht jede Wunde ist gleich. Liegen Durchblutungsstörungen, Infektionen, der Verdacht auf Malignität oder eine Beteiligung tiefer Gewebeschichten vor, werden diese vorrangig abgeklärt. PBM kann bei der geeigneten Wundart in der richtigen Dosis und unter regelmäßiger Überwachung unterstützend eingeplant werden.

Kann beim diabetischen Fuß ein Verband allein ausreichend sein?

Manchmal kann eine lokale Versorgung bei kleinen und oberflächlichen Wunden rasch Wirkung zeigen; konzentriert man sich jedoch nur auf den Verband, ohne Druckentlastung, Neuropathie, Durchblutung und Glukosekontrolle zu beurteilen, kann die eigentliche Ursache übersehen werden, die der Heilung im Wege steht.

Sollte eine Wunde fotografisch überwacht werden?

Ja. Serienfotos, die aus demselben Winkel, bei gleichem Licht und möglichst mit einem Maßstab aufgenommen werden, können dabei helfen, die Veränderungen der Wundfläche objektiver zu verfolgen.

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Quellen

  1. Chen P, et al. IWGDF Guidelines on interventions to enhance healing of foot ulcers in people with diabetes. Diabetes Metab Res Rev. 2024. PMID: 37232034.
  2. Silva Filho MLE, et al. Ozone therapy as a treatment for diabetic foot ulcers: a systematic review and meta-analysis. J Wound Care. 2024. PMID: 39630555.
  3. Effects and parameterization of low-level laser therapy in diabetic ulcers: an umbrella review. 2025. PMID: 39982518.

Verfasst und medizinisch geprüft von: Dr. Kerem Çağlayan
Letzte medizinische Prüfung: 10. September 2026
Bildhinweis: Das Seitenbild ist eine mit künstlicher Intelligenz erstellte, repräsentative klinische Darstellung.
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