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Behandlung / Anwendung

Lasertherapie bei postherpetischer Neuralgie | Anhaltende Nervenschmerzen nach Gürtelrose

Die postherpetische Neuralgie ist ein brennender Nervenschmerz, der nach dem Abklingen des Gürtelrose-Ausschlags anhält. Obwohl ein theoretisches und begrenztes klinisches Interesse an der Photobiomodulation besteht, wurden in einer systematischen Übersichtsarbeit von 2026 keine geeigneten randomisierten Studien für PHN gefunden; die Wirksamkeit von 980/1470 nm sollte nicht als erwiesen angesehen werden.

KurzantwortDie postherpetische Neuralgie ist ein brennender Nervenschmerz, der nach dem Abklingen des Gürtelrose-Ausschlags anhält. Obwohl ein theoretisches und begrenztes klinisches Interesse an der Photobiomodulation besteht, wurden in einer systematischen Übersichtsarbeit von 2026 keine geeigneten randomisierten Studien für PHN gefunden; die Wirksamkeit von 980/1470 nm sollte nicht als erwiesen angesehen werden.

Kurze Antwort

Postherpetische Neuralgie ist ein neuropathischer Schmerz in Form von Brennen, Stechen, elektrisierenden Schlägen oder Berührungsschmerz, der nach dem Abheilen des Gürtelrose-Ausschlags im selben Bereich anhält. Laser/Photobiomodulation stößt in diesem Bereich auf Interesse; in einer im Jahr 2026 veröffentlichten systematischen Übersichtsarbeit wurden jedoch keine randomisierten kontrollierten Studien gefunden, die die Einschlusskriterien für postherpetische Neuralgie erfüllten. Daher sollte oberflächlicher 980- oder 1470-nm-Laser bei PHN nicht als nachgewiesen wirksame Behandlung dargestellt werden.

Was ist eine postherpetische Neuralgie?

Gürtelrose entsteht durch die Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus in den Nervenganglien. Nach dem Abheilen des Ausschlags können die durch die Nervenschädigung bedingten Schmerzen über Wochen oder Monate anhalten. Insbesondere fortgeschrittenes Alter, starke akute Schmerzen und ein ausgedehnter Ausschlag können das PHN-Risiko erhöhen.

Wie kann Laser helfen?

Es gibt biologische Mechanismusstudien, die darauf hinweisen, dass Photobiomodulation Entzündungen, mitochondriale Aktivität und Schmerzübertragung im Nervengewebe modulieren kann. Mechanismus und klinische Wirksamkeit sind jedoch nicht dasselbe. Bei PHN ist die direkte Evidenz unzureichend.

Die Rolle von 980 nm

Obwohl 980 nm in den Bereichen peripherer und myofaszialer Schmerzen eingesetzt wurde, liegen für PHN keine ausreichenden spezifischen randomisierten klinischen Daten zu 980 nm vor. Eine Anwendung sollte lediglich als experimentelle/unterstützende Option ergänzend zu den Standardbehandlungen für neuropathische Schmerzen in Betracht gezogen werden.

Die Rolle von 1470 nm

1470 nm erfordert aufgrund seiner oberflächlichen thermischen Wirkung besondere Vorsicht bei schmerzhafter und sensibilitätsgestörter Haut. Es gibt keine direkten klinischen Wirksamkeitsdaten für PHN, und ein neuropathischer Sensibilitätsverlust kann das Risiko thermischer Schäden erhöhen.

Was sagt die wissenschaftliche Evidenz?

Evidenzgrad: C. Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2026 evaluierte die Laser-Photobiomodulation bei Trigeminusneuralgie und PHN; sie fand positive Studien bei Trigeminusneuralgie, identifizierte jedoch keine geeigneten RCTs für PHN. Das Vorhandensein von Studien zu verschiedenen Lichttherapien in der akuten Herpes-zoster-Phase bedeutet nicht, dass die Wirksamkeit von 980/1470 nm bei chronischer PHN nachgewiesen ist.

Bei wem kann dies in Betracht gezogen werden?

  • Bei ausgewählten Patienten, bei denen neben standardmäßigen neuropathischen Schmerztherapien eine zusätzliche nicht-invasive Option gesucht wird
  • In der Phase, in der die Hautintegrität wiederhergestellt ist und keine aktive Gürtelrose-Infektion vorliegt
  • Wenn Sensibilitätsverlust und thermisches Risiko sorgfältig abgewogen werden

Unser Ansatz in unserer Klinik in Bodrum

Unser Ansatz in unserer Klinik in Bodrum besteht darin, zunächst zu beurteilen, ob es sich bei den Schmerzen tatsächlich um eine postherpetische Neuralgie handelt, sowie das Ausmaß von Allodynie und Sensibilitätsverlust zu evaluieren; Gabapentinoide, topische Wirkstoffe und andere Verfahren gegen neuropathische Schmerzen werden evidenzbasiert berücksichtigt. Wird ein Laser in Betracht gezogen, wird dem Patienten transparent erläutert, dass die vorliegende Evidenz begrenzt ist, und aufgrund der oberflächlichen thermischen Belastung von 1470 nm wird besondere Vorsicht walten gelassen.

Wann ist eine differenzierte Beurteilung erforderlich?

Bei aktiven vesikulären Hautausschlägen, periokulärem Zoster, neu aufgetretenen motorischen Ausfällen, Fieber oder Immunsuppression haben die Infektions- und neurologische Diagnostik Vorrang.

Häufig gestellte Fragen

Verschwinden die Schmerzen nach einer Gürtelrose durch Laser?

Um dies zu behaupten, gibt es keine ausreichende klinische Evidenz. Bei PHN kann Laser als experimentelle/unterstützende Option in Betracht gezogen werden; er ersetzt nicht die Standardbehandlung.

980 nm oder 1470 nm?

Für beide Wellenlängen gibt es bei PHN keinen direkten, ausreichenden Wirksamkeitsnachweis. Bei Sensibilitätsstörungen erfordert der thermische Effekt von 1470 nm zusätzliche Vorsicht.

Wird es bei aktiver Gürtelrose angewendet?

Bei einer aktiven Gürtelrose-Infektion haben die antivirale Therapie und das angemessene medizinische Management Priorität. Eine oberflächliche Laseranwendung gehört nicht zur routinemäßigen Standardbehandlung.

Quellen

  • PMID 41629512 — Laser photobiomodulation in trigeminal neuralgia and postherpetic neuralgia: systematic review/meta-analysis; für PHN wurden keine geeigneten RCTs gefunden.
  • PMID 39786789 — UVA1 adjunct treatment in acute herpes zoster; es handelt sich um eine andere Lichttherapie und ein anderes klinisches Stadium.

Information

Dieser Inhalt dient der allgemeinen Gesundheitsinformation; er stellt keine individuelle Diagnose- oder Behandlungsempfehlung dar.

Medizinische redaktionelle Information

Dieser Inhalt wurde von Dr. Kerem Çağlayan medizinisch geprüft und freigegeben. Er dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Diagnose oder Behandlung.