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Behandlung / Anwendung

Haar-PRP und autologe Mikrografts: Regenerative Ansätze bei Haarausfall

Unterschiede, Anwendungsformen, Patientenauswahl und aktuelle wissenschaftliche Evidenz von PRP- und autologen Mikrograft-Ansätzen bei androgenetischem Haarausfall.

KurzantwortUnterschiede, Anwendungsformen, Patientenauswahl und aktuelle wissenschaftliche Evidenz von PRP- und autologen Mikrograft-Ansätzen bei androgenetischem Haarausfall.

Kurze Antwort

Wenn von regenerativen Ansätzen an der Kopfhaut die Rede ist, kommen am häufigsten PRP und autologe gewebebasierte Mikrograft-Anwendungen zur Sprache. Dabei handelt es sich nicht um dieselbe Methode. PRP ist plättchenreiches Plasma, das aus dem patienteneigenen Blut aufbereitet wird; ein autologes Mikrograft hingegen ist eine Suspension, die mechanisch aus dem patienteneigenen Gewebe aufbereitet wird und kleine Gewebe- sowie Zellbestandteile enthält. Beide Ansätze wurden insbesondere bei androgenetischem Haarausfall untersucht.

Zunächst wird die Ursache des Haarausfalls ermittelt

Bei Haarausfall ist es nicht sachgerecht, lediglich Injektionen zu planen. Androgenetische Alopezie, Telogeneffluvium, Eisen- oder Schilddrüsenprobleme, Mangelernährung, entzündliche Kopfhauterkrankungen und bestimmte Medikamente erfordern unterschiedliche Behandlungsansätze. Regenerative Anwendungen ersetzen nicht die Abklärung der zugrunde liegenden Ursache.

Was ist Haar-PRP?

PRP ist die Anwendung von plättchenreichem Plasma, das aus dem patienteneigenen Blut aufbereitet wird, an der Kopfhaut. Ziel ist es, dass die aus den Thrombozyten freigesetzten Wachstumsfaktoren und Signalmoleküle das follikuläre Umfeld unterstützen. Aktuelle systematische Übersichtsarbeiten berichten bei androgenetischer Alopezie bei einigen Patienten über Hinweise auf eine Zunahme der Haardichte und Haardicke; zwischen den verwendeten PRP-Produkten und den Sitzungsprotokollen bestehen jedoch erhebliche Unterschiede.

Was ist ein autologes Mikrograft?

Beim Ansatz des autologen Mikrografts wird eine kleine, aus dem patienteneigenen Gewebe entnommene Probe mechanisch aufbereitet, um ein Produkt zu gewinnen, das Mikrogewebepartikel sowie zelluläre/stromale Bestandteile enthält. Dieses Produkt ist nicht identisch mit einem in Zellkultur vermehrten Stammzellpräparat und sollte nicht pauschal als „Stammzelltherapie“ bezeichnet werden.

Was bedeutet GCell in diesem Prozess?

Eine der Plattformen zur mechanischen Aufbereitung autologen Gewebes, die in unserer Klinik verwendet wird, ist das GCell-System. Systeme dieser Art sind Geräte, die die mechanische Aufbereitung von autologem Gewebe unterstützen. Der Name oder das Vorhandensein des Geräts allein bestimmt weder die klinische Wirksamkeit, Überlegenheit noch den „Stammzell“-Charakter des Produkts; maßgeblich für die Beurteilung sind die Qualität des gewonnenen Produkts, die Indikation, die Patientenauswahl und die wissenschaftliche Evidenz.

Art der Anwendung

PRP oder das geeignete autologe Gewebeprodukt kann nach klinischer Beurteilung in Form von kleinvolumigen Injektionen in die Zielbereiche der Kopfhaut appliziert werden. Der Anwendungsplan wird individuell an den Typ des Haarausfalls, dessen Verteilungsmuster, die Kopfhautbefunde und begleitende medizinische Behandlungen angepasst. Diese Methoden werden, sofern erforderlich, nicht als Ersatz für dermatologische oder medizinische Haartherapien betrachtet, sondern als diese ergänzende Optionen.

Für wen kommt dies in Betracht?

  • Geeignete weibliche und männliche Patienten mit androgenetischem Haarausfall
  • Patienten mit abnehmender Haardichte, bevor die Haarfollikel vollständig verloren gegangen sind
  • Ausgewählte Patienten, bei denen vor oder nach einer Haartransplantation ein unterstützender Ansatz geplant ist
  • Personen, bei denen behandelbare zugrunde liegende Ursachen abgeklärt wurden

Was sagt die wissenschaftliche Evidenz?

Für PRP existieren zahlreiche Studien und Metaanalysen, die über positive Ergebnisse hinsichtlich der Haardichte berichten; aufgrund der Heterogenität der Protokolle ist die Evidenzsicherheit jedoch nicht für alle Ergebnisse gleich. Für autologe Mikrografts und gewebebasierte zelluläre Ansätze sind die klinischen Daten begrenzter, und es mangelt an Standardisierung zwischen den Methoden. Daher sollten die Ergebniserwartungen individuell und realistisch festgelegt werden.

Unser Ansatz in unserer Klinik in Bodrum

Wir beurteilen den Haarausfall zunächst hinsichtlich Ursache und Stadium. Sofern erforderlich, vervollständigen wir die laborchemische und dermatologische Abklärung; PRP, autologe Mikrografts oder einen anderen Ansatz planen wir nur dann, wenn dies mit dem Zustand der Haarfollikel und der aktuellen Evidenz vereinbar ist.

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Quellen

  1. Platelet-Rich Plasma in the Management of Alopecia: systematic review and meta-analysis. 2025. PMID: 40944844.
  2. Recent systematic reviews and randomized trials of PRP for androgenetic alopecia, 2024-2025.

Verfasst und medizinisch geprüft von: Dr. Kerem Çağlayan
Letzte medizinische Überprüfung: 14. September 2026
Hinweis: Dieser Inhalt dient der allgemeinen Gesundheitsinformation; er ersetzt keine persönliche Untersuchung und keinen individuellen Behandlungsplan. Bei jedem chirurgischen oder interventionellen Eingriff können die Ergebnisse von Person zu Person variieren. Es wird empfohlen, vor dem Eingriff eine ausführliche ärztliche Beratung einzuholen.

Medizinische redaktionelle Information

Dieser Inhalt wurde von Dr. Kerem Çağlayan medizinisch geprüft und freigegeben. Er dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Diagnose oder Behandlung.