Kurze Antwort: Nein. Ein normaler BMI bedeutet nicht, dass eine Person automatisch metabolisch gesund ist. Taillenumfang, Blutdruck, Nüchternglukose/HbA1c, Triglyzeride, HDL, Leberverfettung, körperliche Aktivität und Familienanamnese sollten gemeinsam beurteilt werden.
Was zeigt der BMI, was zeigt er nicht?
Der BMI ist ein praktisches Screeningmaß, das anhand von Körpergröße und Gewicht berechnet wird. Er zeigt jedoch allein weder die Verteilung des Körperfetts noch das viszerale Fett, die Muskelmasse oder das metabolische Risiko an. Daher können auch bei einer Person mit normalem BMI Insulinresistenz, Hypertonie oder Dyslipidämie vorliegen.
Warum ist der Taillenumfang wichtig?
Intraabdominales/viszerales Fett steht in einem engeren Zusammenhang mit dem metabolischen Risiko. Auch bei normalem BMI kann das Risikoprofil anders sein, wenn eine ausgeprägte abdominale Fettansammlung vorliegt. Der Taillenumfang kann daher zusätzlich zum BMI beurteilt werden.
Welche Laborwerte geben Aufschluss?
Nüchternglukose und HbA1c, Triglyzeride/HDL, Leberenzyme, bei Bedarf Nüchterninsulin und weitere kardiometabolische Parameter können je nach klinischem Kontext beurteilt werden. Für das kardiovaskuläre Risiko können je nach Person zusätzliche Marker wie ApoB und Lp(a) in Betracht gezogen werden.
Sind „verarbeitete Kohlenhydrate für alle verboten“?
Diese Aussage ist unnötig streng. Ziel ist es nicht, einzelne Lebensmittel als „verboten“ zu erklären, sondern den Gesamtanteil hochverarbeiteter, ballaststoffarmer und zuckerreicher Lebensmittel zu reduzieren und den Anteil an Protein, Ballaststoffen, Gemüse, Hülsenfrüchten und vollwertigen Lebensmitteln zu erhöhen.
Unser Ansatz in unserer Klinik in Bodrum
Wir betrachten nicht allein die Gewichtszahl. Anhand von Taillenumfang, Muskelkraft, Körperzusammensetzung, Bewegungsniveau, Schlaf und metabolischen Laborwerten beurteilen wir das tatsächliche Risikoprofil der Person.
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Gewichtsmanagement und metabolische Gesundheit


