Kurze Antwort: Nach einer SARS-CoV-2-Infektion können bei manchen Personen Haarausfall, Hautausschlag, Juckreiz oder vorübergehende Veränderungen des Menstruationszyklus berichtet werden. Diese Befunde können zwar im Zusammenhang mit Long COVID auftreten, reichen allein jedoch nicht aus, um die Diagnose Long COVID zu stellen.
Haarausfall
Nach einer Infektion, Fieber und physiologischem Stress kann sich ein diffuser Haarausfall entwickeln, der als telogenes Effluvium bezeichnet wird. Dieser Zustand wird häufig erst Wochen oder Monate nach der Infektion bemerkt. Eisenmangel, Schilddrüsenstörungen, rascher Gewichtsverlust und andere Ursachen sollten ebenfalls abgeklärt werden.
Hautbefunde
Hautausschlag, urtikariaähnliche Läsionen oder Farbveränderungen können in der Zeit nach COVID berichtet werden; Hautläsionen können jedoch aus sehr unterschiedlichen Gründen entstehen. Anhaltende, schmerzhafte, ulzerative oder sich rasch ausbreitende Läsionen erfordern eine dermatologische Abklärung.
Menstruationszyklus und reproduktive Gesundheit
Infektion, Stress, Gewichtsveränderungen und vorübergehende Auswirkungen auf die hormonelle Achse können zu Veränderungen des Menstruationszyklus führen. Bei länger anhaltenden Unregelmäßigkeiten, übermäßigen Blutungen, einer möglichen Schwangerschaft oder Beckenschmerzen ist eine gynäkologische Abklärung erforderlich.
Gibt es eine einzige Long-COVID-Behandlung, die „die Hormone ins Gleichgewicht bringt“?
Nein. Eine Hormontherapie oder eine Behandlung mit Nahrungsergänzungsmitteln sollte ohne Laborbefunde und klinische Befunde nicht routinemäßig begonnen werden. Die Abklärung richtet sich danach, welche Achse von dem Problem betroffen ist.
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