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Medizinischer Ratgeber

Das Gehirn bei Sucht: Impulskontrolle, Motivation und Belohnungssystem

KurzantwortKurze Antwort: Sucht ist nicht bloß eine „Willensschwäche“. Veränderungen, die im Laufe der Zeit in den mit Belohnung, Stress und Impulskontrolle verbundenen Hirnkreisläufen entstehen, können die Wiederholung des Verhaltens begünstigen und das Aufhören erschweren.

Kurze Antwort: Sucht ist nicht bloß eine „Willensschwäche“. Veränderungen, die im Laufe der Zeit in den mit Belohnung, Stress und Impulskontrolle verbundenen Hirnkreisläufen entstehen, können die Wiederholung des Verhaltens begünstigen und das Aufhören erschweren.

Was macht das Belohnungssystem?

Die Basalganglien und die damit verbundenen Belohnungskreisläufe helfen uns dabei, durch Nahrung, soziale Interaktion und andere natürliche Belohnungen motiviert zu werden. Suchtmittel können dieses System stark stimulieren, und bei wiederholtem Konsum kann sich das Gleichgewicht der Belohnungsreaktion verändern.

Warum sind Stresskreisläufe wichtig?

In Entzugsphasen können Unruhe, Angst und Reizbarkeit zunehmen. Mit der Zeit greift die Person möglicherweise nicht mehr nur zur Substanz, um sich „gut zu fühlen“, sondern auch, um sich nicht schlecht zu fühlen.

Die Rolle der Impulskontrolle

Der präfrontale Kortex ist mit Planung, Entscheidungsfindung und Impulskontrolle verbunden. Bei einer Sucht kann das Gleichgewicht zwischen diesen Kontrollsystemen und den Belohnungs-/Stresskreisläufen gestört werden. Diese Biologie hebt die persönliche Verantwortung nicht auf; sie erklärt jedoch, warum es wichtig ist, Sucht nicht als moralischen Makel zu betrachten.

Worauf zielt die Behandlung ab?

Je nach Substanz können Verhaltenstherapien, Medikamente, soziale Unterstützung, die Behandlung begleitender psychischer Erkrankungen und ein Rückfallpräventionsplan gemeinsam eingesetzt werden. Eine einzelne „Gehirnübung“ oder ein Gerät ersetzt keine evidenzbasierte Suchtbehandlung.

Quelle

NIDA – Drugs, Brains, and Behavior: The Science of Addiction

Medizinische redaktionelle Information

Dieser Inhalt wurde von Dr. Kerem Çağlayan medizinisch geprüft und freigegeben. Er dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Diagnose oder Behandlung.